Für den am 14. Juni 1995 verstorbenen irischen Bluesrock-Gitarristen Rory Gallagher gibt es nun, 2019, ein Album mit drei CDs, das seinem gesamten Schaffen einen guten Überblick gewährt: CD1 zeigt seine Arbeit mit Band, CD 2 exzellente Akustikmusik und CD 3, was er live auf die Bühne brachte. Rory, immer sehr authentisch, mit Holzfäller-Hemd, Jeans und Turnschuhen auf der Bühne, sprach mich an, ähnlich gekleidet durch die Welt zu laufen.

Seiner schwer bearbeiteten Fender-Stratocaster-Gitarre entlockte er Töne, die uns Jugendliche damals in Verzücken versetzte. Besonders gefällt mir folgendes Zitat: Jimi Hendrix wurde gefragt, wie man sich als größter Gitarrist der Welt so fühle, worauf er antwortete: " Das weiß ich nicht, da müssen Sie Rory Gallagher fragen." 

Die nun veröffentlichte Werkschau mit drei CDs beinhaltet in CD 1 seine Arbeit mit Band, die wechselte hin und wieder, mal als Trio, dann als Quartett mit Piano, CD 2 zeigt seine wirklich exzellente Arbeit als Akustikgitarrist (Super-Slide-Gitarre) und in Nummer 3 sein Schaffen als Live-Musiker, wo er der Intensität und Länge nach bis an seine Grenzen ging.

Die meisten der Titel sind bisher unveröffentlichte Studio-Outtakes, BBC-Aufnahmen und nicht veröffentlichte Live-Mitschnitte, darunter solche mit Albert King, Lonnie Donegan und Jack Bruce.

Sein Ziel, als gealteter Bluesmusiker weiterhin erfolgreich zu sein, erreichte Rory allerdings nicht. Im Juni 1995 verstarb er nach Komplikationen einer erforderlichen Lebertransplantation in London.

Das Dreier-Album "Blues" ist ein gelungendes Gedenken an den Musiker Rory Gallagher.

Hans Peter MüllerRory Gallagher

Am Sonntag, den 17. 2. 2019 hatten Rolf Habben und ich die Möglichkeit, Studiogäste der Sendung "Sunday Blues" von Knut Benzner bei NDR-Info zu sein.

Da Rolf schon seit Jahren in dieser Sendung eine Kartenverlosung der jeweiligen Blueslawinen initiert hat, kam von Knut Benzner der Vorschlag, zum Anlass der 25. Osnabrücker Blueslawine doch mal persönlich nach Hamburg ins Studio zu kommen.

So haben Rolf und ich uns an diesem Sonntag also auf den Weg gemacht und auf Knuts Bitte hin auch einige CDs mitgenommen, um die Musik der Blues Company, von Miller Anderson und AWEK vorzustellen. 

Das Studio beim NDR ist schon ein bisschen größer und reichhaltiger ausgestattet als wir es von zu Hause bei OS-Radio 104,8 kennen.

Wir hatten im Gespräch mit Knut die Möglichkeit, ein wenig über die Osnabrücker Bluesverstärker zu informieren, von einigen Musikbands der Blueslawinen zu berichten und von allem zu erzählen, was mit der diesjährigen Jubiläumsblueslawine einhergeht.

Und zu einer abschließenden Kartenverlosung kam es natürlich auch noch.

Hans Peter Müller

Jody Williams, geboren am 3. Februar 1935 in Mobile, Alabama als Joseph Leon Williams ist am 1. Dezember 2018 in Munster, Indiana im Alter von 83 Jahren verstorben.

Eher nur den Kennern der Blueszene bekannt, war er in den 1950er/1960er Jahren in Chicago aktiv und über Jahre Gitarrist der Studioband von Chess Records. Sein Name erschien aber nur selten auf den Schallpaltten-Veröffentlichungen, obwohl er immer ein prägnantes Gitarrenspiel einbrachte.

Frustiert verabschiedete er sich dann in den 60er Jahren aus dem Musikgeschäft und arbeitete über drei Jahrzehnte als Ingenieur bei einem Büromaschinenhersteller.

Im neuen Jahrtausend holte er sein geliebtes Saiteninstrument wieder aus dem Gitarrenkoffer hervor und brachte als Rentner bei Evidence im Jahre 2001 mit illustrer Hilfe (Ronnie Baker Brooks, Kenny Smith, Billy Boy Arnold, Sean Costello, Tinsley Ellis, Rusty Zinn u. a.) das Comeback-Album "Return Of A Legend" heraus. 2004 folgte, ebenfalls bei Evidence "You Left Me In The Dark". Auch hier prominente Unterstützer (Billy Flynn, Chris James, Patrick Rynn, Robert Jr. Lockwood, Lonnie Brooks u. a.).

Auch nach Deutschland brachte ihn eine Konzertreise, u. a. am 2. 11. 2002 ins Quasimodo nach Berlin, wo ihn Chris James an der Gitarre, Patrick Rynn am Bass und Willie Hayes am Schlagzeug unterstützten.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Studio-Aufnahmen ruhig mal wieder zu Gemüte führen. Sie sind im Handel noch erhältlich.

Hans Peter Müller

Foto von Jody Williams: Dan MachnikJody Williams Photo by Dan Machnik

 

Der britische Gitarrist Chris Spedding ist nun nicht gerade der ausgewiesene Blueser (allerdings werde ich die CD "One Step Ahead Of The Blues" am 5. 12. 2018 in der Sendung "Crossroads" auf OS-Radio 104,8 vorstellen - denn es enthält einige schöne Bluessongs), aber er war immer der gesuchte Session-Gitarrist und hat etliche Rockalben mit seinem versierten Gitarrenspiel veredelt.

Eigene Hits hatte er eher wenige, wie z. B. "Motorbiking" und "Guitar Jambouree".

Das Schöne an den Wiederveröffentlichungen ist, das im Booklet viele Informationen zu den Songs von ihm selbst beigefügt sind. Ein paar CDs, die ich erworben habe, sind: "Enemy Within" (1986/2018), das Live-Album "Friday The 13th" (1981/2018) und "Click Clack" (2005/2017).

Man sollte also ruhig mal einen Blick ins CD-Regal oder den Versandkatalog wagen.

Hans Peter MüllerChris Spedding

Vor Kurzem hatte ich mir die neue CD von Tony Joe White "Bad Mouthin'" gekauft und hatte auch geplant, diese bald in einer Bluesverstärker-Radiosendung vorzustellen, da kam die Nachricht herein, dass Tony Joe White am Freitag, den 26. Oktober 2018 in Folge eines Herzinfarktes verstorben ist.

Tony Joe deckte mit seinen Kompositionen Country Folk, Rock und den sogenannten "Swamp Rock" ab. Viele Künstler interpretierten seine Stücke, so z. B. Tina Turner mit "Steamy Windows" oder auch Joe Cocker, Tom Jones und Willie Nelson. 

Sein Erfolg begann mit "Polk Salad Annie" im Jahre 1969 auf dem Album "Black And White". Ein weiterer Hit aus demselben Jahr war "Rainy Night In Georgia".

Geboren wurde Tony Joe White am 23. Juli 1943. Er wurde 75 Jahre alt.

Hans Peter MüllerTony Joe White